Infothek

Zurück zur Übersicht
Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Freitag, 20.07.2018

Unfall auf Party in Räumlichkeiten einer Universität - kein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz

Das Sozialgericht Mainz entschied, dass für eine Halloween-Party in den Räumlichkeiten einer Universität kein Versicherungsschutz in der studentischen Unfallversicherung besteht (Az. S 14 U 45/17).

Im vorliegenden Fall richtete der Kläger mit einigen weiteren Studierenden zur Finanzierung des Examensballs eine Halloween-Party in den Räumlichkeiten der Mainzer Universität aus. Als er zu fortgeschrittener Stunde bemerkte, dass ein Gast unbefugt eine Bierflasche aus einem der Kühlschränke entnahm, forderte er den Gast auf, die Flasche zurückzustellen, woraufhin dieser die Flucht ergriff. Nach einer Verfolgungsjagd und der folgenden Rangelei stürzten beide, wobei die entwendete Flasche zerbrach und sich der Kläger erheblich an der Hand verletzte. Die beklagte Unfallkasse lehnte die Anerkennung des Ereignisses als Arbeitsunfall ab, da der Kläger nicht als Student gesetzlich unfallversichert gewesen sei. Der Kläger war hingegen der Ansicht, dass das Sozialrecht sehr wohl einen Versicherungsschutz für Verfolger mutmaßlicher Straftäter vorsieht. Der Dieb wurde von ihm gestellt und die Tat wurde einige Monate später angezeigt.

Das SG Mainz wies die Klage ab. Nach Auffassung des Gerichts besteht kein Versicherungsschutz in der studentischen Unfallversicherung, da es sich bei der Halloween-Party nicht um eine universitäre Veranstaltung gehandelt hat. Er greife auch nicht aufgrund anderer Erwägungen ein. Es liege kein Fall des Unfallversicherungsschutzes für Verfolger vor.

Zurück zur Übersicht

Die Fachnachrichten in der Infothek werden Ihnen von der Redaktion Steuern & Recht der DATEV eG zur Verfügung gestellt.